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Geocaching zu historischem jüdischen Leben in Bremen

Bremer Schülerinnen und Schülern machen mit Unterstützung des Rosenak-Hauses e.V. verborgene Geschichte der Juden in Bremen innovativ und nachhaltig im Stadtgebiet kenntlich sichtbar. Sie bedienen sich der Methodes des Geocoaching.

Es werden Geocaches im Bremer Stadtgebiet zu historischen jüdischen Themen erstellt. Die Schülergruppen beschäftigen sich im Zuge dieses Projektes mit der Geschichte der Juden in Bremen, mit Antisemitismus und Rassismus. Hierzu werden außerschulische Lernorte besucht, wie z.B. das Staatsarchiv Bremen und die Schülerinnen und Schüler tragen durch diese interaktive Herangehensweise zur Sichtbarmachung jüdischer Geschichte in Bremen bei.

Geocaching ist eine neu aufgekommene, weltweite Bewegung, bei der mit GPS-Geräten nach Verstecken (Caches) gesucht wird, die an einer beliebigen Koordinate auf der Erde versteckt sind. Koordinaten von Caches findet man auf den großen Geocachingportalen im Internet und kann sich auf die Suche z.B. im Rahmen eines Stadtrundgangs begeben. Geocaching ist für viele Themen und Altersgruppen einsetzbar. Es eignet sich für den Unterricht, für Arbeitsgemeinschaften und Projektwochen. So genannte Multicaches können hervorragend für die Vermittlung von historischem Wissen eingesetzt werden. Durch den besonderen Zugang kann dieses Wissen spielerisch vermittelt, anderen sichtbar gemacht und vertieft werden. Die thematische Beschäftigung der Kinder und Jugendlichen wird durch den Einsatz der GPS-Technik mit ihren technischen Interessen vernetzt, sie haben einen zusätzlichen Anreiz, sich draußen zu bewegen und bekommen die Möglichkeit, die historischen Inhalte in eigenen Worten und mit interaktiven Methoden zu verarbeiten. Je nach Aufbau des Caches wird das Miteinander gefördert, es werden partizipative Elemente eingesetzt. Zum Beispiel durch Aufgaben, die nur in der Gruppe mittels unterschiedlicher Fähigkeiten gelöst werden können. Der Kreativität sind beim Einsatz dieser neuen Methode kaum Grenzen gesetzt.

Im Bremer Innenstadtbereich liegen 43 Geocaches (Stand Ende Oktober 2009: www.geocaching.com), die sich häufig mit der Bremer Handels- und Stadtgeschichte beschäftigen. Ziel des Projektes soll es sein, die über 200-jährige jüdische Geschichte mit Hilfe von Geocaching in die Stadtgeschichte einzuschreiben.

Projektablauf:

1. In einer ersten Phase wird das Projekt von den Teamerinnen den Schülerinnen und Schülern vorgestellt. Je nach Interesse der Schulgruppe wird das zu bearbeitende Thema ausgesucht und es wird eine Einführung zum Geocaching geben.

2. Im zweiten Schritt wird das historische Material bearbeitet und es werden mögliche Orte für die einzelnen Stationen festgelegt. Daraufhin kann die Bearbeitung der einzelnen Stationen folgen: Welche Hinweise und Aufgaben müssen gelöst werden, um den Geocache finden zu können.

3. In der dritten und letzten Phase werden die einzelnen Stationen versteckt und auf den Internetplattformen sowie auf der Homepage des Rosenak-Hauses online gestellt. Andere Gruppen werden eingeladen den Rundgang zu testen.

Projektleitung: Carola Krüger und Sonja Sawitzki



Drei Geocaches:

Gedenken
Spurensuche in Walle Teil 1
Spurensuche in Walle Teil 2


„Auf den Spuren jüdischen Lebens“ – Schülerinnen und Schüler führen durch ihren Stadtteil Bremens

Projektzeitraum:       Januar 2009 bis Ende Juli 2009

                                   Verantwortliche: Carola Krüger, Sonja Sawitzki

Projektbeschreibung:

Bremer Schülerinnen und Schülern werden mit Unterstützung des Rosenak-Haus e.V. eine Stadtteilführung sowie eine dazugehörige Broschüre zur Geschichte der jüdischen Bewohner vor und während der Zeit des Nationalsozialismus entwickeln.

Das Projekt wird sich in verschiedene Arbeitsphasen aufgliedern:

  1. Im Vorfeld werden von den Teamerinnen die vorhandenen Materialien gesichtet und bewertet. In Kooperation mit dem Projekt Stolpersteine werden die vorhandenen Materialien zu ehemaligen Bremern aus dem betreffenden Stadtteil beurteilt und es wird der Versuch unternommen mit Zeitzeugen in Kontakt zu kommen. Die Teamerinnen erstellen eine Arbeitsmappe, die es den Schülerinnen und Schülern erleichtern soll einen Einstieg in das Vorhaben zu bekommen und die Arbeitsschritte vorschlägt.
  2. Im Klassenverbund beginnt die Arbeit an dem Thema „Juden in unserem Stadtteil“. Die Schüler erhalten die Arbeitsmappen mit Vorschlägen zu möglichen Arbeitsschwerpunkten, die die Schülerinnen und Schüler dann frei wählen. Diese Schwerpunkte werden sich u.a. an den Biografien orientieren. Dazu könnte gehören: Integration und Zusammenleben, „Mischehen“, Schulalltag, Reichspogromnacht, demografische Entwicklung im Stadtteil, Verfolgung und Flucht. Ein anderer Teil wird die Gestaltung einer Stadtteilführung behandeln mit Fragen wie: Wie lang darf eine Führung sein? Was macht eine interessante Führung aus? Für wen sind welche Informationen geeignet? In dieser Phase werden auch außerschulische Lernorte aufgesucht, wie z.B. das Staatsarchiv Bremen und das ehemalige jüdische Gemeindehaus (Rosenak-Haus). Außerdem werden die Schülerinnen und Schüler an einer Stadtführung teilnehmen und im Anschluss daran die Möglichkeit zur Kritik und Reflektion nutzen können, um ihre eigenen Ansprüche formulieren zu können.
  3. In dieser Phase wird es um die praktische Umsetzung des erworbenen Wissens gehen. Hierzu werden Kleingruppen gebildet, die sich je nach Interessenlage um verschiedene Bereiche kümmern werden: Konzeption der Führung, Gestaltung des Stadtteilführers, Erarbeitung der Texte zu Biografien und Orten, Öffentlichkeitsarbeit.
  4. In der letzten Phase werden dann Führungen der Schülerinnen und Schüler für andere Schulklassen veranstaltet. Anhand der entstandenen Broschüre werden die Schulklassen in die Lage versetzt, während und nach der Führung die Hintergrundinformationen zusammen mit einem gekennzeichnet Stadtplan nachzuvollziehen.

Ziele des Projekts:

Dieses Projekt soll dazu dienen den Schülerinnen und Schüler einen besonderen Blickwinkel zu ermöglichen, indem eigenständig, lokalgeschichtlich (vor und während der NS-Zeit im eigenen Stadtteil) und biografisch gearbeitet werden soll. Außerdem geht es in diesem Projekt darum, dass die Schülerinnen und Schüler die historischen Erkenntnisse verarbeiten, um sie in einem nächsten Schritt anderen Schulgruppen in Form einer Stadtteilführung präsentieren zu können. Diese Art der Herangehensweise bietet mehrere Vorteile: Die Annäherung der Themen, die auch in einem allgemeinen Geschichtsunterricht ihren Platz haben wie: Antisemitismus, Verfolgung, Vertreibung bekommen durch die biografische Beschäftigung in der eigenen Lebensumgebung eine neue Aktualität. Das Bewusstsein für die Geschichte des eigenen Stadtteils wird den Schulgruppen vor Ort näher gebracht und die eigene Erarbeitung der Themen z.B. an außerschulischen Lernorten -wie dem Staatsarchiv-  bedeutet für die Schülerinnen und Schüler aktive Forschungsarbeit. Die rhetorischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler werden in diesem Projekt im besonderen Maße gefordert, da es zum Ende des Projekts darum gehen wird, die eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse anderen Schulgruppen vor Ort zu erläutern und in Form einer Stadtteilführung anregend zu präsentieren.

Zielgruppe:

SchülerInnen der gymnasialen Oberstufe des SZ Walle. Alle SchülerInnen der 7.-13. Jg. der Schulen im Stadtteil Walle, die zu diesen Führungen eingeladen werden.

Die Broschüre als Pdf hier


Schülerinnen und Schüler auf den Spuren jüdischer Geschichte(n) in Bremen:

Zur Rekonstruktion der Geschichte des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses    Ende des Jahres 2007 startete der Verein „Rosenak-Haus e.V.“ ein Schulprojekt, um vorwiegend anhand von biografischen Zugängen das Leben der Israelitischen Gemeinde Bremen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern zu erforschen. Ziel war es eine Ausstellung zu erarbeiten, die die Themen der einzelnen Gruppen widerspiegeln und die die Schülerinnen und Schüler selbstständig erarbeiten sollten. Mitgearbeitet haben an diesem Projekt:    

- die 7 c der IS Helgolanderstraße mit den Lehrern Inge Brücker-Götz und Michael Rohdenburg 
- die 8 b des Hermann-Böse-Gymnasiums mit dem Lehrer Kai Söther 
die Geschichtswerkstatt des 11. Jahrgangs der Gymnasialen Oberstufe der IS am Leibnizplatz 
- und Schülerinnen und Schülern des 12. Jahrgangs der Gymnasialen Oberstufe der IS am Leibnizplatz    

Die einzelnen Themen der Gruppen waren: Biografien von Kindern; Auswanderung; Antisemitismus; Sportvereine; Interviews mit Zeitzeugen. Anhand einer vorbereiteten Arbeitsmappe und des Besuches außerschulischer Lernorte, erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler die Themen mit Hilfe der Projektmitarbeiterinnen. Hierfür war eine Einführung in die Benutzung des Staatsarchivs ebenso wichtig, wie das Bearbeiten der vorhandenen Primärquellen (wie z.B. dem Gemeindeblatt) und dem Auswerten der einschlägigen Literatur. 

Die Schülerinnen und Schüler fotografierten außerdem ehemalige Wohnorte. Sie erforschten Familienzusammenhänge, die in der Erstellung von Stammbäumen ihren Ausdruck fanden und schrieben Briefe an Überlebende. Die Schülerinnen und Schüler besuchten die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Schwachhausen, wo sie mit heute in Bremen wohnenden Juden ins Gespräch kamen.   

 Insbesondere konnten einige Schülerinnen und Schüler den Zeitzeugen Herbert Goldschmidt mehrere Tage in Bremen begleiten. Er besuchte das ehemalige Gemeindehaus – das Rosenak-Haus. Dort erinnerte er sich an seine Zeit in der Religionsschule und an den Teil seiner Familie, der die Reichspogromnacht unmittelbar in der benachbarten ehemaligen Synagoge erlebte. Den Besuch von Herbert Goldschmidt dokumentiert ein Film, den die Geschichtswerkstatt der Gymnasialen Oberstufe der IS am Leibnizplatz erstellte.    

Die 7 c der Helgolanderstraße übernahm im Zuge des Projektes die Patenschaft für einen Gedenkstein in Walle, der an Herbert Goldschmidts Cousin Manfred Posener erinnert.    

Die 8 b besuchte gemeinsam mit der 7. Klasse das Auswandererhaus in Bremerhaven und recherchierten in den dort vorhandenen Datenbanken. Ihr Ziel war es darzustellen, unter welchen Bedingungen die Menschen aus Deutschland fliehen mussten. 

Entstanden sind so einzelne Ausstellungsplakate, die die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler präsentieren. 

Das Anliegen des Vereins „Rosenak-Haus e.V.“ ist es die Geschichte der ehemaligen jüdischen Bremer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Unter dem Motto: erinnern-aufklären-begegnen soll Geschichtsvermittlung an authentischem Ort ermöglicht werden.    

Gefördert durch: Leo Baeck Programm „Jüdisches Leben in Deutschland“     und    

Lokaler Aktionsplan „Vielfalt Bremen“ 

Projektleitung: Carola Krüger und Sonja Sawitzki
Mitarbeiter: Julia Giwerzew, Lutz-Michael Linke, Jeannette Meyer
Kooperation: Dr. Barbara Johr/Projekt Stolpersteine